Mitgliederversammlung schüttet 5.000 € Spendengelder aus

Auf der Mitgliederversammlung des Weltladen für faires Handeln e.V. am 04.05.2015 konnten wir auf ein weiteres erfolgreiches Jahr zurück blicken. Wir freuen uns daher, dass wir insgesamt 5.000 € an zwei Projekte ausschütten konnten, mit denen uns über unsere Importeure eine langjährige Partnerschaft verbindet.

2.000 € gehen an das Projekt zur Ernährungssicherheit ¡Por la vida! der Kleinbauernkooperative UROCAL in Ecuador.

UROCAL wurde bereits vor 40 Jahren gegründet. Am Anfang stand der Kampf um Landbesitz, dann dessen Legalisierung, später die Entwicklung der Landgemeinden, anschließend der Aufbau von Produktion und Vertriebsstrukturen vor allem für Kakao und Bananen. Entwickelt wurde UROCAL von Anfang an aus eigener Kraft und in Kooperation mit Partnern wie BanaFair. Der regelmäßige, stabile Absatz der Bananen über den Fairen Handel in Deutschland garantiert den Produzenten eine gewisse Einkommensgrundlage. 

Ziel des seit dem Jahr 2000 laufenden Projektes ist es, das Leben und die Gesundheit der Menschen vor Ort zu verbessern. Hauptaugenmerk liegt hierbei auf einer gesünderen Ernährung. Hierzu wurden Schul- und Hausgärten eingerichtet und es gibt Gesprächsrunden zu Lebensmittelkunde und gesundes Kochen. Aber auch Themen wie "Gewalt in der Familie", Sexualkunde oder Geschlechtergleichheit werden mit einbezogen. 

Da die Finanzierung durch Brot für die Welt im Jahr 2014 auslief, war die Fortführung des Projektes nicht garantiert. Davon betroffen wäre auch ein relativ neues Projekt, das Sammel- und Verkaufszentrum für agro-ökologische Produkte El Arbolito. Bisher handelt es sich hierbei um ein (zu) kleines Fairhandels-Ladenlokal, in dem die Früchte verkauft werden können, die die ArbeiterInnen von UROCAL in ihren kleinen Hausgärten ernten. Die Kapazität dieses kleinen Ladens reicht bei weitem nicht aus, weshalb der Ausbau des Zentrums ein Schwerpunkt in 2015 sein soll. BanaFair hat UROCAL die weitere Finanzierung des Projektes zugesagt. Die Hälfte der Summe soll durch den Projektbeitrag durch den Bananenverkauf zusammenkommen, die andere Hälfte durch Spenden gedeckt werden.

Von UROCAL beziehen wir über BanaFair unsere bio-fairen Bananen.

 

3.000 € erhält der Verein Nepra e.V. (www.nepra.de), der seit 1989 in der Lepra-Hilfe im Nordosten von Kathmandu tätig ist.

Aus der kleinen, von Ernst Wegerich gegründeten Leprastation ist mittlerweile ein großes Rehabilitationsprojekt geworden. Das zentrale Gelände befindet sich in Kapan, in den Hügeln am nord-östlichen Rand von Kathmandu. Etwa 80 % der regelmäßigen Kosten deckt der Verkauf von Fair gehandelten Produkten, die in den Behindertenwerkstätten des Projektes gefertigt werden. So wird neben der körperlichen Heilung der Patienten vor allem auch ihre soziale Notlage durch Ausbildung und Arbeit gelindert. Denn auch heute noch führt die Erkrankung zu gesellschaftlicher Ausgrenzung und somit zwangsläufig in die Armut.

Es gibt eine Weberei, eine Schneiderei, eine Batik-, eine Papier- und eine Holzwerkstatt. Neben den traditionellen Techniken und Produkten werden auch von Designer entworfene Stücke unter Verwendung moderner ökologischer Fertigungstechniken produziert. Hierbei stehen vor allem unsere beiden Importeure AKAR und Karma Fair Trade beratend und unterstützend zur Seite.

Durch das schwere Erdbeben Ende April wurden viele Produktionsstätten stark zerstört. Viele MitarbeiterInnen haben ihr Zuhause verloren, die Schule wurde ebenfalls beschädigt.

Leider müssen derzeit auch drei Todesfälle beklagt werden, weitere Menschen wurden verletzt.

Vor Ort überwiegt die Dankbarkeit, dass die meisten Menschenleben verschont blieben. Der unbedingte Wille, weiter zu machen wird dadurch deutlich, dass über 60% der ArbeiterInnen bereits wieder zur Arbeit erschienen sind. Die erschwerten Bedingungen durch die Zerstörungen der Produktionsstätten und der Infrastruktur stellen die Verantwortlichen vor eine große Herausforderung. Nach der anfänglich notwendigen Soforthilfe wird dies viel Zeit und Geld in Anspruch nehmen. Das Ziel, den Anteil der Finanzierung durch Fair gehandelte Produkte weiter zu steigern und das Projekt in die Selbständigkeit zu führen rückt in weite Ferne.

Von den durch Nepra e.V. betreuten ProduzentInnen beziehen wir Waren über unsrere Importeure AKAR und Karma Fair Trade. Hierzu gehören vor allem Filzwaren, Taschen und Schmuck.

 

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