Quinoa - Wunderkorn der Anden

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Am 25. September hatte der Weltladen zu einem Vortragsabend über Quinoa in die VHS geladen. Zu Gast war Nelson Perez, Präsident der Kleinbauerngenossenschaft ANAPQUI (Asociación Nacional de Productores de Quinua). Anschaulich berichtete Nelson über die schwierigen Bedingungen im Quinoa-Anbau. Die Kleinbauern von ANAPQUI bauen ihr Getreide in einer Höhe von ca. 4.000 Metern in der Nähe des Salzsees von Uyuni an. Schon immer war das Klima dort rauh und trocken. Infolge des Klimawandels verschärft sich jedoch die Situation. Immer häufiger kommt es zu Dürrejahren, die Temperaturen steigen und der Wind weht stärker. Auf der anderen Seite machen lokale Ereignisse wie Starkregen oder Hagelschlag den Bauern zu schaffen.

Durch den Verkauf zu Fairhandels-Bedingungen sind die Bauern in der Lage, verstärkt nach Möglichkeiten zu suchen, diesen Herausforderungen zu begegnen. Dabei wies Nelson Perez ausdrücklich auf den ökologischen Ansatz seiner Genossenschaft hin. Düngemittel und Pflanzenschutzmittel werden beispielsweise selber hergestellt. Kompostierung spielt hierbei eine wichtige Rolle, aber auch der Dung der Lamas, die die Bauern fast ausschließlich zu diesem Zweck halten.

In der anschließenden Fragerunde konnten viele Fragen der Zuschauerinnen geklärt werden. So betonte Nelson beispielsweise, dass der Export nach Europa eine wichtige Einkommensquelle der Quinoa-Bauern darstellt. Zwar werde mittlerweile wieder mehr Quinoa im Inland verkauft, als exportiert werde. Die langfristigen Abnahmeverträge des Fairen Handels, die Beratungsleistungen, der garantierte Mindestpreis und die Fairtrade-Prämie seien jedoch von existenzieller Bedeutung. Auch die Kosten für die Bio- und Fairtrade-Zertifizierung lohnten sich vor diesem Hintergrund.

Der Faire Handel garantiert den Quinoa-Bauern einen festen Mindestpreis, der nicht den sonst üblichen starken Schwankungen des Marktes unterliegt. Die darüber hinaus gezahlte Fairtrade-Prämie ermöglicht Investitionen in Produktivität und Qualität, Entwicklungsprojekte sowie den Bau von Schulen, Investitionen in Wasserprojekte oder medizinische Versorgung.

Im Anschluss an den Vortrag konnten die Besucherinnen bei kleinen Köstlichkeiten aus Quinoa den Abend ausklingen lassen. Die Anwesenden waren sich einig, dass sie mit dem Wissen aus diesem Vortrag zukünftig ihr Quinoa mit noch größerem Genuss verzehren werden.

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